Arthrose am Kniegelenk

Was ist Arthrose?

Arthrose ist eine schmerzhafte Erkrankung, die durch den krankhaften Verschleiss des Gelenkknorpels entsteht. Verschiedene Ursachen können für einen Verschleiss des Knorpels verantwortlich sein. Dauerhafte Fehlbelastungen der Gelenke z.B. bei einem starken O- oder X-Bein, vorangegangene Sportunfälle mit den Folgen einer Instabilität, aber auch der natürliche Alterungsprozess können einen solchen Verschleiss begünstigen.

Eine Arthrose kann zwar in jedem Gelenk auftreten, ist aber am häufigsten am Kniegelenk (Gonarthrose), Hüftgelenk (Coxarthrose), an den Händen und der Wirbelsäule zu finden. Wenn sich die Arthrose verschlimmert und die Knorpelschicht abgetragen ist, reiben die Gelenkflächen der Knochen aneinander, was zu Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen führt. Im Lauf der Zeit kann das Gelenk seine normale Form verlieren, es kann zu einer Zunahme eines O-Beins bzw. X-Beins kommen. An den Rändern des Gelenks können sich schmerzhafte Knochensporne bilden. Diese kleinen Wucherungen werden auch als Osteophyten bezeichnet. Darüber hinaus können Knochen- oder Knorpelstücke abbrechen, die dann im Gelenkraum schweben und dort weitere Schäden und Schmerzen verursachen. Die Arthrose ist eine fortschreitende Erkrankung, d.h. sie verschlimmert sich mit der Zeit, wobei das Ausmass und der Verlauf von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein können.

Wer bekommt Arthrose?

Viele Menschen leiden unter einer Arthrose. Mit über 5 Millionen Betroffenen ist die Arthrose die häufigste Form von Gelenkerkrankung und einer der Hauptgründe für Arbeitsunfähigkeit in Deutschland. Von der Arthrose sind deutlich mehr Frauen betroffen als Männer. Heute ist die Erkrankung bei weitem nicht mehr auf die ältere Generation beschränkt, sondern viele Betroffene sind unter 65 Jahre. In manchen Fällen, z.B. nach früheren Unfällen oder Sportverletzungen, können bereits schon zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr erste Symptome auftreten.

Wie wirkt sich die Arthrose auf Ihr tägliches Leben aus?

Eine unbehandelte Arthrose verursacht Schmerzen und kann die Beweglichkeit und Belastungsfähigkeit deutlich einschränken. Dies kann sich auf alltägliche Tätigkeiten, wie z. Bsp. Gehen, Autofahren, Heben, Stehen und beim Sport auswirken und sie sogar beim Schlafen oder Ausruhen beeinträchtigen.

  • 75% der Arthrose-Patienten können sich körperlich oder sportlich nicht so viel betätigen, wie sie möchten.
  • Die Patienten haben seit der Diagnose durchschnittlich fast 20 kg zugenommen, wodurch sich die Belastung auf die betroffenen Gelenke weiter erhöht.
  • 65% der Betroffenen geben an, jede Nacht aufgrund der arthrosebedingten Schmerzen zwei oder mehr Stunden nicht schlafen zu können.
  • Arthrose-Patienten stehen ausserdem nach eigener Aussage unter grösserem Stress als Patienten ohne Arthrose oder anderen Gesundheitsproblemen.

Wie wird die Arthrose behandelt?

Bei der Behandlung der Arthrose sollte beachtet werden, dass der einmal zerstörte Gelenkknorpel leider nicht mehr erneuert werden kann. Alle heute verfügbaren Therapien können damit die Arthrose zwar nicht heilen, die Beschwerden und Einschränkungen können aber sehr lange und zuverlässig gemildert werden.

Zu Beginn der Behandlung, bei milderen Beschwerden, ist eine Behandlung mit Hausmitteln oder auch Schmerzmitteln ausreichend. Bewegung wie z.B. Spaziergänge und Radfahren sind dabei sehr positiv, solange übermässige Belastungen vermieden werden können. Auch regelmässige Übungen, mit der die Beweglichkeit erhalten wird und die Muskulatur gestärkt wird, können die Beschwerden verbessern.

Sofern die Schmerzen stärker sind, können unter Umständen Injektionen in das Gelenk hilfreich sein. Hierbei werden entweder Präparate verwendet, die die Ernährungssituation des Knorpels verbessern oder auch entzündungshemmende Medikamente.

Werden zusätzlich Schäden am Meniskus festgestellt, oder verursacht der Knorpelabrieb einen Reizzustand, sollte eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) überlegt werden. Liegen starke Formveränderungen des Beines vor (z.B. ausgeprägtes O-Bein), sollte auch die Möglichkeit einer Korrekturoperation der Beinachse geprüft werden. Dies ist allerdings aus heutiger Sicht eher bei Betroffenen unter 60 Jahren in bestimmten Fällen sinnvoll.

Wenn bei der fortgeschrittenen Arthrose diese Massnahmen keine ausreichende Linderung erbringen, kann heute in den allermeisten Fällen ein künstlicher Gelenkersatz als Teilgelenk oder gesamtem Oberflächenersatz dauerhaft die Beschwerden lindern. Auch mit diesem Gelenkersatz ist ein nahezu normales Leben ohne wesentliche Einschränkungen möglich.

Informieren Sie sich mit unserem Behandlungsvergleich über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten von Arthrose.