Nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente blockieren die körpereigene Produktion von Botenstoffen, die das Schmerzgefühl verursachen. Sog. COX-1-Hemmer lindern den Schmerz, führen in manchen Fällen jedoch zu einer Reizung des Verdauungstraktes. Die neuesten, verschreibungspflichtigen entzündungshemmenden Schmerzmittel, die so genannten COX-2-Hemmer, ermöglichen eine Schmerzlinderung bei geringerer Reizung des Verdauungstraktes.
Die Wirkung von verschreibungspflichtigen entzündungshemmenden Schmerzmitteln hält zwei bis acht Stunden an. Bei manchen Menschen kann es zu Schwindel oder Kopfschmerzen, Übelkeit, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung, übermässiger Müdigkeit oder Schwäche sowie trockenem Mund kommen. Fragen Sie Ihren Arzt, wie lange Sie die verschreibungspflichtigen Antirheumatika einnehmen sollten, um die Gesundheitsrisiken bei einer längeren Einnahme zu vermeiden. Ausserdem wurden einige COX-2-Medikamente, in jüngster Zeit mit schweren kardiovaskulären Problemen in Zusammenhang gebracht. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, falls Sie Bedenken haben.
Opioide
Zur Linderung von stärkeren Knieschmerzen kann Ihnen Ihr Arzt auch ein opioides Schmerzmittel (Opioid) verschreiben. Opioide sind die stärksten Schmerzmittel und werden deshalb bei Schmerzen mittlerer bis sehr starker Intensität eingesetzt. Opioide wirken an spezifischen zentralen und äusseren Opioidrezeptoren und führen so zu einer Minderung bzw. Aufhebung des Schmerzempfindens. Es sind im Allgemeinen relativ gut verträgliche Medikamente mit einem günstigen Nebenwirkungsprofil. Opioide besitzen praktisch keine Organtoxizität, dennoch sind die für Opioide typischen unerwünschten Wirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Verstopfungen möglich. Starke Opioide unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz.
Ambulante Behandlung
Bestimmte Injektionsbehandlungen, wie z. Bsp. die Viscosupplementation (Injektion von Hyaluronsäure in das Gelenk) und Steroidinjektionen (Kortisonpräparate), können in der ambulanten Praxis verabreicht werden. Diese Verfahren bieten oftmals eine deutliche und rasche Linderung und erfordern nur wenig bzw. gar keine Vorbereitungs- oder Genesungszeit.
Viscosupplementation
Die Viscosupplementation ist ein Verfahren, bei dem eine Flüssigkeit (Hyaluronsäure) direkt in das Kniegelenk gespritzt wird. Hyaluronsäure unterstützt die Gelenkschmierung und verlangsamt somit den Knorpelabbau. Die verwendete Hyaluronsäure wird oft aus Hahnenkämmen (fleischiger Hautlappen auf dem Kopf des Hahns) oder Bakterienkulturen gewonnen. Hyaluronsäure wirkt ausserdem entzündungshemmend, wodurch Knieschmerzen weiter gelindert werden können.
Steroidinjektionen
Kortikosteroid ist eine synthetische Form von Kortison, einem vom Körper produzierten Hormon. Wenn es in hohen Dosen in das Kniegelenk gespritzt wird, hat es eine starke entzündungshemmende Wirkung und kann rasche Schmerzlinderung bringen. Steroidinjektionen sollten allerdings nur als Kurzzeittherapie verwendet werden, da ihre Wirkungsdauer unterschiedlich sein kann und mehrere Injektionen den Knorpel und das Bindegewebe schädigen können. Falls eine weitergehende Schmerzlinderung notwendig ist, sollten andere Therapien in Betracht gezogen werden.
